Fan- und Bürgerrechte wahren – Polizeiwillkür stoppen!

img-20161204-wa0028_cen

Liebe Werderfans, Liebe Freunde des Sports, Sehr geehrte Polizei Hamburg,

Der folgende Text soll darstellen, was am Derbysamstag um das Spiel herum passiert ist und außerdem den Versuch wagen, eine Analyse der momentanen Situation zwischen Fans/Ultras und Polizei zu formulieren.

Wenig Rumgerede: Die Anfahrt per Zug verlief ruhig, bis wir in Hamburg mit der U-Bahn nach Othmarschen fuhren. Auch hier machten wir uns keine großen Gedanken. Während alle anderen Fans die U-Bahn verlassen durften, wurden wir plötzlich eingekesselt, eine vorbereitete Aktion der Polizisten.
3 Leute wurden in diesem Zusammenhang gezwungen, an Ort und Stelle zu bleiben, ohne zu wissen, inwiefern sie sich falsch verhielten. Defensivverhalten, Kooperationsbereitschaft und Freundlichkeit halfen nichts: Körperkontrolle und Aufnahme der Personalien wurden eingeleitet, der Grund: „Wir hätten um den Hals einen potentiellen Vermummungsgegenstand.. Das stellt das Mitführen dar und ist mit einer Ordnungswidrigkeit von 250€ zu bestrafen“.
Klingt nach einem Scherz, war aber völlig ernst gemeint: Unser Schlauchschal um den Hals, den wir gegen die Kälte und zu keinem Zeitpunkt als Gegenstand der Identitätsverschleierung nutzen wollten(wie das bei jedem Spiel der Fall ist), wurde ohne Pardon und Gegenargumente als Ordnungswidrigkeit definiert. Darüber hinaus wurden wir schikaniert, uns wurden Straftaten in den Mund gelegt, die wir nie begangen hatten, indirekte Beleidigungen und Respektlosigkeiten folgten, all das, was einen Freund und Helfer scheinbar ausmacht….

Bereits im Jahr 2015 legten Chemie Fans im selben Fall Einspruch ein und erhielten vor Gericht Recht. Auch wir werden Einspruch einlegen. Hunderte, ja tausende Leute tragen im Winter einen Schal zum Kälteschutz, er dient weder in erster noch in zweiter Linie der Vermummung, hat außerdem einzeln gar nicht die Größe das Gesicht zu verschleiern.

Die Polizei verteilt willkürlich Strafen, versucht friedliche Fußballfans unter Generalverdacht zu stellen, junge Leute auszubeuten und uns gegen Recht und Gerechtigkeit an den Pranger zu stellen.
Ähnlich wie andere Gruppen in Ellerau, wurden auch wir, zwar nicht Kollektiv, aber teilweise Opfer fragwürdiger Polizeieinsätze.

In diesem Konflikt Subkultur – Polizei sorgen die Beamten für ein Feindbild gegenüber der Staatsmacht. Polizeipräsident Wendt kritisiert die zunehmende Gewalt an Polizisten. Statt des Symptoms der Gewalt sollte Herr Wendt mal mögliche Ursachen des „Feindbildes Polizei“ analysieren. Wenn Fans bei zwei Derbys auf Parkplätzen festgehalten werden, Fotos und Personalien gemacht bzw aufgenommen werden, Geldstrafen verteilt werden, obwohl man lediglich ins Stadion wollte, fällt es schwer, uns und anderen betroffenen Leuten die Polizei als „Freund und Helfer“ zu erklären.

Dass auch schuldlose Polizisten Opfer von Gewalt werden, bestreiten wir natürlich nicht. Wir werden allerdings nicht dafür bezahlt, Freund und Helfer zu sein(was wir gerne sind), sondern lediglich weitestgehend Recht und Ordnung einzuhalten. Die Polizei sollte ihrer bereits erwähnten Aufgabe mal wieder gerecht werden, wenn sie nur minimal ein Interesse daran hat, dass Fans und Polizei sich nicht komplett in Abneigung, Unverständnis und Hass gegenüberstehen.

Wir werden uns auch in Zukunft verbal und rechtlich gegen Einschränkungen und willkürliche Strafen wehren, diese Art der Behandlung nicht akzeptieren, nicht tolerieren!

EUB‘ 13

 

04.12.2016

Dieser Beitrag wurde unter News veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.